Projekt
Düker (HDD) / Rotterdam
| Medium | Heißwasser |
| Länge | ca. 30 km (Vor- und Rücklauf) |
| Temperatur | 120 °C |
| Druck | 25 barg |
| Abmessungen | Innenrohr DN 500–600–700 |
| Mantelrohr | DN 700–800–900, MR-Erweiterungen auf DN 800–900–1000 (z. B. SMR 700/70/900) |
| Besonderheit | Verlegung im HDD-Verfahren |
| Land | Niederlande |
| Baujahr | 2022–2027 |
zum Produkt
WarmtelinQ zählt zu den derzeit größten Fernwärmeprojekten Europas und ist zugleich das größte Projekt in der Geschichte des Unternehmens. Ziel des Projekts ist die Nutzung industrieller Restwärme aus dem Rotterdamer Hafen zur Versorgung von Wohngebäuden und Unternehmen in der Region Den Haag und Leiden. Durch den Aufbau dieser Fernwärmeverbindung wird der Einsatz fossiler Energieträger reduziert und ein wesentlicher Beitrag zur Verringerung von CO₂-Emissionen geleistet.
Das Gesamtprojekt ist in drei Bauabschnitte unterteilt: Vlaardingen–Den Haag, Vondelingenplaat–Vlaardingen sowie Rijswijk–Leiden. Die Hauptleitung zwischen Vondelingenplaat und Den Haag wurde im Rahmen der ersten beiden Projektphasen realisiert. In der dritten Phase entsteht eine Abzweigleitung, die in Rijswijk an die Haupttrasse anschließt und bis nach Leiden geführt wird.
Stahlmantelrohrsysteme kamen in diesem Projekt gezielt bei längeren Querungen im HDD-Verfahren (Horizontal Directional Drilling) zum Einsatz. Insgesamt wurden 14 Düker mit jeweils Vor- und Rücklauf realisiert, entsprechend 28 HDD-Strängen in unterschiedlichen Längen und Dimensionen.
Für diese Querungen wurden die Rohrleitungen in 18 m lange Baueinheiten vorgefertigt und per Bahn in die Niederlande transportiert. Vor Ort erfolgte das Zusammenschweißen der Einheiten zu den vollständigen HDD-Strängen sowie der anschließende Einzug in die vorbereiteten Spülbohrungen. Nach der Installation wurde jeder Strang mit einem mobilen Dampferzeuger thermisch vorgespannt.
Im Formstückbau wurden insgesamt 168 warmgebogene Bögen mit großen Radien zu Segmentbögen verarbeitet. Zusätzlich wurden 56 Festpunkte sowie Übergangsstücke von Stahlmantelrohr- auf Kunststoffmantelrohrsysteme gefertigt. Ein Großteil dieser Komponenten erhielt eine externe Nachbeschichtung, um den Korrosionsschutz langfristig sicherzustellen.
Jeder der 28 HDD-Stränge bildet einen separaten Vakuumabschnitt im Stahlmantelrohrsystem. Die hierfür erforderlichen Anschlüsse wurden bereits werkseitig in die Baueinheiten integriert, wodurch Montageaufwand und Schweißarbeiten auf der Baustelle reduziert werden konnten.
Darüber hinaus wurden im ersten Projektabschnitt rund 1.600 m längsnahtgeschweißte Rohre DN 1200 geliefert, die in fünf Bereichen im Microtunneling-Verfahren installiert wurden.
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